Egal, ob Regen, Wind oder Sonne. Wir gehen immer raus. Ja, wir Outdoorsportler sind für viele ein klein wenig spooky. Meine Bike-Saison beginnt traditionell am 1.1. und endet am 31.12. Dazwischen ist Off-Season. Warum man auch bei deutlich unter 0 Grad auf Trails unterwegs ist? Warum man auch bei 32 Grad in die Wanderschuhe schlüpft, um über Baumstämme zu stiefeln? Das versteht man nur, wenn man nach dieser Form der Freiheit süchtig ist. Damit das gelingt, ist die richtige Ausrüstung entscheidend. Und weil wir eine enge Beziehung zur Natur haben, achten wir auch auf nachhaltige Outdoor Mode. Patagonia war hier schon immer ein Vorreiter.
Patagonia ist nachhaltig, weil …
Outdoor Mode muss ordentlich was aushalten. Natürlich muss sie wie angegossen sitzen und funktional sein, aber sie muss auch kleine Stürze aushalten und darf nicht reißen, nur weil man mal am Dornenbusch hängen bleibt. Qualität ist nachhaltig.
Der Gründer Yvon Chouinard hat im September 2022 Patagonia an Umweltstiftungen übertragen (Quelle: Zeit.de). Damit landet der komplette Gewinn am Ende im Klimaschutz
Fair Trade Certified
Was wir nicht wissen und wo wir Verbesserungspotenzial sehen:
- Patagonia ist nicht zu 100 % vegan
- Wir können keine Konzentration auf Kernlieferanten erkennen
Aber nur mit guter Qualität gibt sich Patagonia nicht zufrieden
Natürlich werden Fair Trade zertifizierte Materialien verwendet und die Kalifornier haben kürzlich sogar die weltweit ersten FairTrade-Wetsuits vorgestellt. Recyclingmaterial kommt beim Regenschutz ebenso zum Einsatz wie Bio-Baumwolle, Hanf, Recyclingdaunen und Wolle. Auch der Trendstoff Tencel aus Holzfasern und Naturkautschuk. Kurz: Patagonia verwendet für die gesamte Kollektion ausschließlich faire und nachhaltige Materialien, die unter Bluesign Standards verarbeitet werden
Recycling und Reparatur
Alle 4 Wochen neue Klamotten kaufen, weil die alten verschlissen sind, ist nicht nachhaltig. Und so sind auch die Patagonia Klamotten robust und qualitativ extrem hochwertig. Das wiederum macht sie auch gebraucht noch zu einer ausgezeichneten Alternative, für alle, die etwas knapper bei Kasse sind. Damit die Klamotten noch länger halten, bietet Patagonia auch einen Reparaturservice an
Die Reparatur steht bei Patagonia immer vor der Entsorgung. Viele Verbraucher sind es schon fast gewohnt, bei so etwas wie einem kleinen Loch oder einem defekten Reißverschluss unsere Klamotten direkt in den Müll zu werfen. Über das Rücksendeportal von Patagonia kannst Du das einfach organisieren. Manchmal hilft aber selbst der entschlossenste Wille nicht. Was hin ist, ist hin. Aber selbst dann greift hier noch mal der Nachhaltigkeitsgedanke: Alle Teile von Patagonia werden zerlegt und entsprechend recycelt.
1 % for the planet
Bereits seit der Gründung 1985 spendet Patagonia 1 % seines Umsatzes (entspricht 10 % des Gewinnes) an Umweltschutzprojekte. Aus dieser Idee entstand 2002 1 % for the planet, bei dem heute 850 Unternehmen Mitglied sind. Insgesamt 30 Mio. Dollar sind so schon zusammengekommen und wurden an Umweltschutzorganisationen gespendet.
Patagonia Action Works
Die Suchmaschine für Umweltorganisationen. Die Idee dahinter: Finde die Umweltschutzorganisation in Deiner Nähe, in der Du Dich engagieren kannst. Zwar ist die Datenbank aktuell für Deutschland noch nicht so prall gefüllt, wir gehen aber davon aus, dass sich das bald ändert. Du wählst die Stadt aus und entscheidest Dich dann für Klima, Biodiversität, Wasser, Land oder Gesellschaft. Daraufhin werden Dir entsprechende Organisationen angezeigt. Eine tolle Idee, die den Grundgedanken von Patagonia perfekt abbildet.
Die Kollektion
Nur Outdoorsport erlaubt es uns Erwachsenen, uns so richtig einzusauen und noch mal Kind sein zu dürfen, ohne böse Blicke zu ernten. Niemand würde es wagen einen schlammbespritzten Mountainbiker zu verurteilen, weil das freigesetzte Adrenalin aus jeder Pore schreit: „ICH! HATTE! SPASS! BITCHES!“
Die Story: Glücklich im Matsch
Die Geschichte von Patagonia ist eng mit der Leidenschaft ihres Gründers für den Natursport und seinem wachsenden Bewusstsein für den Umweltschutz verknüpft. Hier ist ein kurzer Überblick über die wichtigsten Meilensteine:
Die Anfänge: Chouinard Equipment
Alles begann in den 1950er Jahren mit Yvon Chouinard, einem passionierten Kletterer. Da er mit der Qualität der damals verfügbaren Kletterhaken unzufrieden war, brachte er sich selbst das Schmieden bei. Er fertigte wiederverwendbare Haken aus hartem Stahl an, die er zunächst aus dem Kofferraum seines Autos verkaufte. Daraus entstand „Chouinard Equipment“, das schnell zum größten Lieferanten für Kletterausrüstung in den USA wurde.
Der Wandel zur Bekleidung
Anfang der 1970er Jahre entdeckte Chouinard bei einer Klettertour in Schottland ein robustes Rugby-Shirt. Er stellte fest, dass der Kragen verhinderte, dass die schweren Kletterschlingen in seinen Nacken einschnitten. Als er anfing, diese Shirts in den USA zu verkaufen, war die Nachfrage so groß, dass er beschloss, eine eigene Bekleidungslinie zu gründen. 1973 wurde der Name Patagonia gewählt, inspiriert von der wilden Region in Südamerika, und das ikonische Logo mit der Silhouette des Mount Fitz Roy entworfen.
Innovation und Umweltbewusstsein
Patagonia war von Beginn an ein Pionier für technische Innovationen, wie etwa die Einführung von Fleece aus Synthetikfasern (Synchilla) in den 1980er Jahren. Doch mit dem Erfolg wuchs auch die Erkenntnis über die ökologischen Auswirkungen der Textilindustrie.
Ein entscheidender Moment war die Entdeckung, dass die konventionelle Baumwollproduktion massiv die Umwelt belastet. 1996 stellte Patagonia sein gesamtes Baumwollsortiment auf 100 % biologischen Anbau um – ein riskanter Schritt, der sich jedoch langfristig auszahlte.
„Don’t Buy This Jacket“ und Aktivismus
Das Unternehmen wurde weltweit bekannt für seinen radikalen Ansatz zum Konsumverzicht. Legendär ist die Anzeige zum Black Friday 2011 mit der Überschrift „Don’t Buy This Jacket“, die dazu aufrief, nur das zu kaufen, was man wirklich braucht. Seit 1985 spendet Patagonia zudem 1 % seines Umsatzes an Umweltorganisationen (die Initiative „1% for the Planet“).
Ein neues Kapitel: Die Erde als einzige Aktionärin
Im Jahr 2022 sorgte Yvon Chouinard für weltweites Aufsehen, als er das Unternehmen im Wert von rund 3 Milliarden Dollar verschenkte. Er übertrug das Eigentum an zwei Stiftungen (den Patagonia Purpose Trust und den Holdfast Collective). Seitdem fließen alle Gewinne, die nicht reinvestiert werden, direkt in den Kampf gegen die Klimakrise und den Schutz der Natur. Chouinards berühmtes Zitat dazu lautet: „Die Erde ist jetzt unsere einzige Aktionärin.“
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