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12 nachhaltige Jeans Marken → cool, fair, öko

Sie ist das am häufigsten verkaufte Kleidungsstück. Jeder hat mindestens eine im Schrank. Aber auch bei der Ökobilanz nimmt die Jeans eine Spitzenposition ein – allerdings von unten: Kein anderes Kleidungsstück verbraucht so viel Wasser und Ressourcen. Hinzu kommen oft fragwürdige Herstellungsverfahren und schlechte Arbeitsbedingungen. Nicht nur Fair-Fashion-Labels haben das erkannt und entwickeln schonende Produktionsverfahren. Wir stellen Dir hier coole, nachhaltige Jeans Marken vor.

Nachhaltige Jeans Marken

Diese Marken machen im Hinblick auf umweltfreundliche Produktion und faire Arbeitsbedingungen einen besseren Job als die großen Marken. Wir empfehlen folgende nachhaltige Jeans Marken.

Nudie Jeans

Das schwedische Fair-Fashion-Label ist eine der bekanntesten nachhaltigen Jeans Marken verwendet ausschließlich Bio-Baumwolle (GOTS, Fairtrade Cotton) und recycelte Baumwolle. Ferner versendet Nudie Jeans kostenlose Repair-Kits, und bei wem sich Nadel und Faden in den Fingern direkt zu tödlichen Waffen verwandeln, kann seine Jeans jederzeit in einem der zahlreichen Repair-Stores abgeben. Alles getreu dem Motto: Jeans sind für die Ewigkeit.
Produktion in Tunesien, Italien und Portugal (93 %). Als Mitglied der Swedish Textile Initiative for Climate Action setzt sich Nudie Jeans für den Klimaschutz ein. Mehr über Nudie Jeans liest Du in unserem Markencheck.

nudie jeans

erhätlich im Avocadostore*

MUD Jeans

Neue Jeans aus alten Hosen. Die Niederländer setzen voll auf das Kreislaufmodell und recyceln einfach ausgediente Jeans (Cradle to Cradle). Allein durch den Recyclingprozess werden Unmengen an Wasser eingespart – konkret verbraucht eine MUD Jeans 78 % weniger Wasser als eine herkömmliche Jeans. Das liegt auch am Verfahren, dass Wasser selbst auch recycelt wird. Die alten Fasern werden mit Bio-Baumwolle verarbeitet. MUD Jeans ist eine Certified B Company und produziert unter fairen Bedingungen in Tunesien.

MUD Jeans

erhältlich im Avocadostore* und bei Grundstoff*

Kuyichi

Mit fast 20 Jahren Erfahrung zählt das niederländische Label sicher zu den Pionieren für nachhaltige Jeans. Kuyichi ist übrigens der Name des peruanischen Gottes des Regenbogens und sein Job war es, Farbe und Bestimmtheit auf die Gesellschaft zu pinseln. Besser kann man die Mission des Modelabels nicht zusammenfassen. Bio Baumwolle, recycelte Baumwolle, recyceltes Polyester und natürliches Indigo stecken drin, und damit ist die nachhaltige Jeans vegan (Peta Approved). Mit einer speziellen Technologie werden die Jeans ohne Chemikalien, Bleichmittel und Steinen behandelt. Alle Produktionsstandorte werden im Open Apparel Registry aufgeführt und sind damit transparent nachzuverfolgen. Seit 2020 ist Kuyichi auch Mitglied in der Fair Wear Foundation.

nachhaltige Jeans von Kuyichi

erhältlich bei Greenality*

Armedangels

Bei Ökotest (Oktober/2019) hat die Jeans von Armedangels leider schlecht abgeschnitten. Grund: In der Jeans wurde der Farbbestandteil Anilin gefunden, der im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Das Fair-Fashion-Label hat reagiert und klärt unter #DetoxDenim genau über die Fortschritte auf. So setzt Armedangels auf Laser und Ozonbleichung statt auf Chemie. Die Jeans werden alle aus GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle und recyceltem Polyester hergestellt. Heute sind die Jens von Armedangels sehr nachhaltig! Wir haben Armedangels im Markencheck genau vorgestellt.

Jeans von Fair Fashion Label Armedangels

erhätlich bei Armedangels.com*

Kings of Indigo

Bei demselben Test ging Kings of Indigo mit der Note „sehr gut“ als Sieger hervor. Bio-Baumwolle, Tencel und recycelte Baumwolle stecken in den K.O.I.-Jeans. Also 100 % Natur, aber nur wenige vegane Modelle. Auch Kings of Indigo stellt in Tunesien unter fairen Arbeitsbedingungen her (Fair Wear Foundation Status: GOOD) 2016 hat K.O.I das Dutch Agreement for Sustainable Garments and Textiles unterzeichnet. Der ist ein wenig mit unserem grünen Knopf zu vergleichen, nur dass es ein rechtsverbindlicher Vertrag ist und kein Zertifikat.

nachhaltige Jeans von Kings of Indigo

erhältlich im Avocadostore* und bei Greenality*

Wunderwerk

Gerade mal 3 bis 9 Liter Wasser verbraucht die Herstellung einer Jeans des Düsseldorfer Fair-Fashion-Labels. Der Used-Look entsteht durch Sauerstoffbleiche, Handarbeit und Lasertechnik. Auf den Einsatz von Chemie wird komplett verzichtet. Auch beim Färben geht Wunderwerk neue Wege. Nicht der Stoff wird vor der Verarbeitung gefärbt, sondern das komplette Kleidungsstück mit einem besonderen Kaltfärbeverfahren (Airbrush Technik aus Ozon und Sauerstoff). Oder der Fertigungsprozess wird umgedreht und statt hinterher zu bleichen, wird die Jeans naturbelassen eingefärbt, um die typische unregelmäßige Färbung zu erhalten.

Selbstverständlich werden, wie bei allen Teilen, von Wunderwerk Naturmaterialien verwendet. Konkret: GOTS-zertifizierte Bio-Baumwolle. Wunderwerk folgt dem IVN Best-Standard und lässt in 90 % in Europa produzieren.

nachhalgie Jeans von Wunderwerk

erhältlich bei Wunderwerk*

Feuervogl

Noch ein deutsches Label. Fast aus meiner Heimat. Während meiner aktiven Badminton-Zeit habe ich ein paar mal in Großwallstadt bei Aschaffenburg gespielt Feuervogl gab es damals noch nicht, aber Fairplay haben wir jedenfalls damals schon betrieben. Das junge Label ist eines der ersten Unternehmen, die den Grünen Knopf bekommen haben. Das ist zwar schön, aber Feuervogl wurde auf den Säulen der Nachhaltigkeit gegründet und verarbeitet ausschließlich GOTS zertifizierte Bio Baumwolle, lässt unter fairen Bedingungen in Tunesien produzieren und setzt natürlich auch auf wasser- und energiesparende Techniken.

Feuervogl Jeans

erhältlich bei Grundstoff*

GoodSociety

GoodSociety ist ein veganes Fair-Fashion-Label, bei dem Nachhaltigkeit nicht bei Bio-Baumwolle aufhört. Ohne Chemie werden die Jeans unter fairen Bedingungen in Italien hergestellt. Goodsociety als auch die Zulieferer arbeiten CO2-neutral. Knöpfe und Nieten sind aus recyceltem Metall. Die Kollektion besteht aus verschiedenen Jeansschnitten und Designs für Frauen und Männer.

nchhaltige Jeans von Good Scoiety

erhältlich im Avocadostore*

Knowledge Cotton Apparel

Das dänische Eco-Label hat sich komplett der Männermode verschrieben – und das schon seit 1969. Natürlich darf da eine nachhaltige Jeans nicht fehlen. 98 % aus Biobaumwolle und nur 2 % Elastan. Bei der Herstellung der OAK-Kollektion werden 91 % Wasser, 61 % Energie und 46 % CO₂ im Vergleich zu einer herkömmlichen Jeans eingespart. Die ASH-Jeans schlägt gerade mal mit einem halben Liter Wasser zu Buche und wird mit Bio, Indigo und ohne jegliche Chemikalien in der Türkei hergestellt.

Knowledge Cotton Apparl Jeans

erhältlich im Avocadostore*

Nachhaltige Jeans von Levis, Wrangler, Diesel und Co?

Nur weil sich Levis und Co auch eine nachhaltige Kollektion auf die Fahne schreiben, werden daraus noch keine nachhaltigen Jeans Marken. Wir finden es zwar gut, dass die großen Jeans-Labels auch einige nachhaltige Modelle haben, aber natürlich muss man sich fragen: warum nur ein paar Modelle und nicht gesamte Kollektion?

Da drängt sich natürlich der Verdacht auf, dass das nur Greenwashing ist. Zumal sich die Produktion und die Arbeitsbedingungen nicht von der übrigen Kollektion unterscheidet. Deshalb ist zwar besser zu diesen bestimmten „grünen“ Modellen zu greifen, als zu herkömmlichen Jeans – Empfehlen möchten wir sie aber nicht und würden sie schon gar nicht als nachhaltige Jeans Marken bezeichnen.

Bei FutureCheck.org schneidet Levis auch nicht besonders gut ab.

Hintergrund: Die Jeans ist die „Umweltsau“ in der Modebranche.

35 % der weltweiten Baumwollernte werden zu Jeansstoff verarbeitet. Knapp 2 Milliarden Jeanshosen wandern weltweit jährlich über die Ladentheke. Nur 1 % davon sind sozial und umweltverträglich. Neben dem immensen Wasserverbrauch kommen noch bedenkliche Chemikalien bei der Färbung und Verarbeitung hinzu, um den typischen Look zu bekommen.

Zusammengefasst können wir sagen: Wenn die Jeans im Laden liegt, hat sie bereits

  • 50 000 Kilometer zurückgelegt
  • 30 kg CO₂ verursacht
  • 8000 Liter Wasser verbraucht (Gesamt, von der Baumwolle bis zur Herstellung, die reine Jeansherstellung benötigt 90–160 Liter Wasser)

Wir sind wohl an dieser Stelle einig, dass die Jeans so schon eine miserable Umweltbilanz hat. Aber es wird noch schlimmer: Um den „used Look“ zu bekommen, werden Jeans immer noch mit Sandstrahlen behandelt, was bei den Arbeitern zu massiven Lungenschäden führt (Staublunge). In einigen Ländern wie zum Beispiel der Türkei ist das Sandstrahlen schon seit 2009 verboten. Auf dem Weltmarkt wird es aber immer noch praktiziert. Der „Destroyed Look“ geht außerdem zulasten der Haltbarkeit. Es gibt also gute Gründe, eine nachhaltige Jeans zu kaufen.

Neben fairen Arbeitsbedingungen und ökologischer Verantwortung ist vor allem der Wasserverbrauch und die Wasserverschmutzung entscheidend. Das beginnt bereits mit dem Baumwollanbau und geht bis zur Herstellung der Jeans.

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