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Nachhaltige Sportmode | 12 faire Labels für Sportbekleidung

Deine Lunge pumpt kalte, frische Morgenluft durch Deine Atemwege. Du riechst den erdigen Duft des Waldbodens. Kleine Steinchen und Rinden knacken unter Deinen Laufschuhen und dann kommt dieser magische Moment, wenn sich Dein Gehirn von Deinem Körper abkoppelt und es nur noch Dich und die Laufstrecke gibt, alle Sorgen und Probleme sind weit weg. Egal, ob Indoor oder Outdoor – egal, ob Kraft oder Ausdauer, Yoga oder Power-Work-out: Sport befreit. Noch schöner ist es, wenn Du dabei nachhaltige Sportmode trägst. 

Ich selbst kann meine Liebe zum Outdoorsport nicht verbergen – ich kann die Stunden gar nicht mehr zählen, die ich auf dem Bike in irgendwelchen Wäldern verbracht habe. Dafür habe ich mich mit nachhaltigen Outdoormarken wie VAUDE oder Patagonia ausgerüstet. Hier soll es uns aber heute um ganz normale Sportkleidung oder neudeutsch Activewear gehen: die Yoga-Hose, die Sporthose oder das atmungsaktive Shirt. Mittlerweile gibt es viele Marken für nachhaltige Sportmode, die wir Dir hier vorstellen wollen.

Das Problem bei Sportbekleidung ist, dass atmungsaktive funktionale Stoffe meistens aus Synthetikmaterialien sind. Das heißt, bei jedem Waschgang spülen wir Mikroplastik ins Abwasser. Auch nachhaltige Sportmode enthält oft Kunstfasern – die sind zwar oft auf Recyclingmaterial, aber das Problem mit dem Mikroplastik besteht auch hier. Die Eigenschaften und der Preis sprechen aber trotzdem dafür, wir empfehlen in diesem Fall den Guppyfriend, der Mikroplastik auffängt, damit man es anschließend im Gelben Sack entsorgen kann.  Solltest Du nachhaltige Sportschuhe suchen, findest Du in unseren Guides alles, was Dich fröhlich macht, und mit dem Thema Bademode haben wir uns ebenfalls bereits beschäftigt. Hier geht es allgemein um nachhaltige Sportmode.

BOLDWILL | Nachhaltige Sportmode aus Naturfasern

Statt auf Kunstfasern setzt das niederländische Unternehmen bei seiner Sportkleidung auf Eukalyptus, Hanf und Baumwolle. Das fühlt man auch, wenn man in ein BOLDWILL Shirt schlüpft: weich, leicht und elastisch. Ja, wir haben die Marke selbst getestet; hier findest Du unseren Erfahrungsbericht.  Eukalyptus (TENCEL™) und Hanffasern sind antistatisch, antibakteriell und damit perfekt für Sportkleidung geeignet; als Materialmix mit Bio Baumwolle (GOTS) wird das eine runde Sache. Die Produktion findet in Griechenland und Portugal statt – in SMETA zerfifizierten Fabriken. Auf Plastik wird nicht nur in der Kleidung verzichtet, sondern auch bei der Verpackung.

Die Shirts, Shorts, Jogginghosen und Sweatshirt sind nicht nur für Veganer toll, sondern für alle, die gerne Naturmaterialien tragen wollen, ohne dabei auf Performance zu verzichten. 

Zusammenfassung: BOLDWILL (ehemals IRON ROOTS)

  • vegan
  • Tencel Bio-Baumwolle und Hanf
  • Kein Polyester
  • Transparente Lieferkette
  • Kooperation mit Sea Shepard

 boldwill.com*

Trigema | Nachhaltige Sportmode Made in Germany

Schon seit 1919 produziert Trigema im schwäbischen Burladingen. Made in Germany ist fest in der DNA des Familienunternehmens verankert und dabei liegen sie preislich im Durchschnitt – Nicht zu teuer, nicht billig. Trigema war übrigens auch eines der ersten Unternehmen, das den grünen Knopf bekommen hat. Die Funktionskleidung ist zwar zum größten Teil aus herkömmlichem Polyester, aber aufgrund der Produktion in Deutschland können wir des guten Gewissens als nachhaltige Sportmode bezeichnen. Die Kollektion „Change“ setzt dagegen auf Cradle to Cradle zertifizierte Materialien und kann damit kompostiert werden. Da hier Bio-Baumwolle verwendet wird, sind die Shirts eher etwas für Yoga oder den Freizeitbereich geeignet.

Zusammenfassung: Trigema

  • Made in Germany
  • kreislauffähige Kollektion: CHANGE für den Freizeitbereich
  • Performance-Sportbekleidung setzt auf Polyester
  • Zertifikat: Grüner Knopf

trigema bei OTTO.de*

Runamics | Cradle to Cradle Sportmode mit Merinowolle

Die tierische Antwort der Natur auf Polyester heißt Merinowolle. Das junge Unternehmen aus Hamburg hat die nachhaltige Sportmode aus Tencel™ und Mulesing-free Merinowolle über Kickstarter finanziert und ist mittlerweile am Markt vertreten.  Der Materialmix sorgt für eine hohe Atmungsaktivität. Aber auch die kompostierbaren Shirts aus Bio-Baumwolle sind einen Blick wert, die sind sogar Cradle to Cradle zertifiziert. Hier haben sich die Hamburger mit einem erfahrenen Partner zusammen getan: EPEA. Produziert wird in weiten Teilen in Deutschland und sonst wird die gesamte Lieferkette via tracycle transparent offengelegt.

Zusammenfassung: Runamics

  • Material: Merinowolle und Tencel
  • transparente Lieferkette (tracycle)
  • 50 % des Sortiments Cradle to Cradle zertifiziert (Stand: 2023)
  • Zertifikat: Grüner Knopf

erhältlich im Avocadostore*

Odlo | Tradition trifft Nachhaltigkeit

Die Norweger sind alte Hasen, wenn es um Sportbekleidung geht. Wir können die Marke uneingeschränkt empfehlen – Zum einen ist die Qualität hervorragend, Haltbarkeit ist schließlich ein wesentlicher Aspekt bei Nachhaltigkeit und die Arbeitsbedingungen werden von der Fair Wear Foundation kontrolliert, wo Odlo Leaderstatus hat. Zusätzlich gibt es aber noch eine „Eco“ Kollektion, die aus recyceltem Polyester besteht. Die Produktion findet zum großen Teil in Europa statt, aber auch in Thailand, Kambodscha und Sri Lanka. Odlo führt nachhaltige Sportmode für alles – Von Running und Wandern über Radfahren und Ski bis hin zu Fitness. Das Ganze für Männer, Frauen und Kinder.

Zusammenfassung: ODLO

  • Sortiment nicht zu 100 % vegan
  • Material: überwiegend recyceltes Polyester
  • Eco Performance Linie besteht zu 100 % aus Recyclingmaterial
  • Herausragende Qualität (eigene Erfahrung)
  • Fair Wear Foundation: LEADER

 odlo.com*

Kaipara | Merinowolle-Sportswear Made in Germany

Das noch recht junge bayerische Label für nachhaltige Sportmode macht keine Kompromisse. Weder beim Material: 100 % Merinowolle, noch bei der Produktion: die liegt nämlich vollständig in Deutschland. Ausnahme ist die Merinowolle selbst, die kommt aus Neuseeland und ist selbstredend Mulesing-free. Merinowolle hat gerade für Sportswear nahezu perfekte Eigenschaften: atmungsaktiv, temperaturregulierend, geruchsneutralisierend und hat einen natürlichen UV-Schutz. Da die Shirts von Kapirara keine anderen Materialien enthalten, sind sie auch vollständig kompostierbar.

Zusammenfassung: Kaipara

  • 100 % Merinowolle
  • Mulesing-free Merinowolle aus Neuseeland
  • Made in Germany

erhältlich bei OTTO*

nice to meet me | Circular Sports-Fashion

Angenehm. Dahinter stehen der Modedesigner Maicol und Denise – ihres Zeichens Yogalehrerin. Die beiden wissen also, worauf es ankommt.  Das Wiener Sportlabel produziert ausschließlich in Europa – Tschechien, Portugal und Litauen, um genau zu sein. Beim Material setzt man auf Bio Baumwolle (neu und recycelt), Tencel™ und recyceltes Plastik. Einige Teile kommen sogar ohne Polyamid und Elastan aus. Shirts, Longsleeves, Tanktops, Bras, Leggings, Jogginghosen – im Prinzip alles, was Du für den alltäglichen Sport, wie Yoga, Fitness, Wasser- und Outdoorsport.

Zusammenfassung: Nice to Meet Me

  • vegan
  • Material: Bio Baumwolle, Tencel, recyceltes Polyamid, Hanf
  • Nur einzelne Teile sind kreislauffähig (der Circular Hoodie zum Beispiel)
  • Made in Europe

Nice to Meet Me im Avocadostore*

JAKO | Auf dem richtigen Weg

Das Traditionsunternehmen aus Baden-Württemberg, kennen einige vielleicht als Ausstatter von einigen Fußballvereinen, wie etwa dem VfB Stuttgart, Bayer 04 Leverkusen und natürlich den Würzburger Kickers. Mit diesen Vereinen kooperiert JAKO bezüglich Nachhaltigkeit sogar noch enger, als „nur“ Ausstatter zu sein. Neben den Trikots aus recyceltem Polyester gingen etwa die Erlöse von 1.930 Sondertrikots aus dem Derby Leverkusen gegen Köln an die Ukraine-Hilfe. Mit dem VfB Stuttgart pflanzt JAKO einen Baum für jedes verkaufte Trikot. Aber natürlich führt JAKO auch Sportbekleidung für jedermann.

Generell wird ein Teil des Erlöses des „World Trikots“ für soziale Projekte in Vietnam gespendet, wo auch die Produktion stattfindet.
Für die nachhaltige Sportmode führt JAKO 2 eigene Siegel: 100 % fair und mindestens 50 % fair. Das finden wir transparent – so kannst Du im Onlineshop leicht filtern. Das Unternehmen ist Mitglied im Bündnis für nachhaltige Textilien und war eines der ersten Unternehmen, die sich der WIN Charta des Landes Baden-Württemberg angeschlossen hat. 

jako.de*

Craft | Schon vieles umgesetzt

Fahrradfahrer kennen Craft vermutlich. Im Fachhandel ist die schwedische Marke recht stark vertreten. Die Reise begann 1976 mit Funktionsunterwäsche; heute gibt es Laufshirts, Bikehosen, Trikots und vieles mehr. Vieles davon aus recycelten Materialien. Als Mitglied von amfori und Textile Exchange setzt sich Craft für gute Sozial- und Umweltstandards ein. Besonders hervorheben wollen wir den Versand via RePack, eine wiederverwendbare Verpackung – Den Umschlag steckst Du, nachdem Du die Ware erhalten hast, einfach wieder in den nächsten Briefkasten, extra Versandkosten fallen für Dich keine mehr an.

erhältlich bei Bergfreunde.de*

Adidas | Nimmt immer mehr die Position des Innovators ein

Wie es mit der Nachhaltigkeit bei Adidas aussieht, haben wir in diesem Artikel bereits ausführlich beleuchtet. Adidas ist in Bezug auf Nachhaltigkeit seinem direkten Mitbewerber Nike schon meilenweit voraus. Immer mehr Recyclingmaterial wird verwendet und auch bei den Arbeitsbedingungen und der gesamten Lieferkette ist Adidas transparent. So erhielt das fränkische Unternehmen bei Goodonyou.eco die Bewertung „Good“. Die nachhaltigeren Produkte laufen unter den Labels Primeblue und Primegreen.  Als Vollsortiment Anbieter gibt es von Adidas wirklich für jede Sportart die passende Ausrüstung. Als Bluesign Systempartner kommt die Sportkleidung selbstverständlich ohne fragwürdige Chemikalien aus. 

adidas.de*

Nachhaltige Sportmode Secondhand kaufen

Egal, ob nachhaltige Marken oder Big Player wie Nike, Adidas oder Asics – gebrauchte Sportmode und Kleidung kaufen, ist immer nachhaltig! Schließlich wurden die Ressourcen bereits verbraucht, und wenn jemand das Teil nicht mehr braucht, ist es allemal sinnvoller, es zu verkaufen, als im Schrank vergammeln zu lassen oder gar wegzuschmeißen.
Geprüfte Secondhand-Sportmode findest Du bei → momoxfashion.com*

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