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Wie nachhaltig ist gebrauchte Elektronik?

Computer, Smartphones, Unterhaltungselektronik, Tablet und Co sind nicht besonders nachhaltig. Da müssen wir uns auch nichts vormachen. Weder achten die Hersteller besonders auf Nachhaltigkeit, noch sind die verbauten Metalle und Erden nicht unbedenklich. Wer gebrauchte Elektronik kauft, handelt besonders verantwortungsbewusst.

Wenn wir von gebrauchter Technik sprechen, meinen wir „refurbished“ oder zu Deutsch „wiederaufbereitet“. Das bedeutet, dass die Geräte alle von Experten geprüft und generalüberholt sind und mit ggf neue Komponenten haben. Deshalb geben die Anbieter auch immer eine Garantie. Besonders der letzte Punkt spricht ganz klar für einen Refurbished Shop und gegen einen Privatkauf. Welche nachhaltigen Smartphones es generell gibt und auf was Du beim Kauf achten kannst, erklären wir in diesem Artikel.

Warum Du gebrauchte Elektronik kaufen solltest

gebrauchte Elektronik spart Ressourcen (seltene Erden, Rohstoffe, Energie)

gebrauchte Technik spart CO2 (150kg im Schnitt pro aufbereitetem Gerät)

refurbished Technik ist günstig

12-36 Monate Garantie (je nach Shop)

Unsere Lieblings Shops für gebrauchte Elektronik

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Warum hat Technik ein Nachhaltigkeitsproblem?

Ein sehr komplexes Thema. Seltene Erden, Kunststoff, Metalle werden unter hohem Energieaufwand zu energieintensiven Geräten. Erden und Metalle werden oft unter katastrophalen Bedingungen abgebaut und kommen aus allen Teilen der Welt. Wir haben die Bilder von der Lithium-Gewinnung für Elektroautos im Kopf, aber Fakt ist: Die Akkus in unseren Smartphones, Tablets, Notebooks und so weiter enthalten das exakt gleiche Lithium. Bald schon werden wir den Meeresboden umgraben, um begehrte Ressourcen, wie zum Beispiel Lanthan oder Neodym zu kommen.
Und natürlich enthält auch das Fairphone und das Shiftphone diese Rohstoffe.

Jede Technik enthält Rohstoffe, die wir verantwortungsvoll nutzen sollten – Und das heißt so lange wie möglich.

Greenpeace hat 2017 im Guide to greener Electronics die großen Technologieanbieter nach etwa der Energieversorgung, der Transparenz in der Lieferkette, Reparierbarkeit und dem Umgang mit Ressourcen allgemein befragt. Heraus kam eine überraschende und zugleich schockierende Liste. Fairphone und Apple führen die Liste an – beide aber nur mit einer B-Note. Gefolgt von Dell, HP, Lenovo und Microsoft mit einer C Bewertung und danach wird es düster.

Wer also unbedingt ein Neugerät braucht, sollte wenigstens zu diesen Herstellern greifen. Für alle anderen gilt: Gebrauchte Elektronik ist die nachhaltigste Technik!

Deutschland ist Spitzenreiter bei Elektroschrott.

Mit 22,5 kg Elektroschrott pro Kopf liegen wir unangefochten an der Spitze. (Quelle: Statista.de)

Aber nur weil unsere Gesellschaft ausgedienten Elektrogeräten keinen Wert beimisst, heißt es noch lange nicht, dass gebrauchte Technik wertlos ist.
Allein das in Elektronik verbaute Plastik hat weltweit einen Wert von über 15 Milliarden Euro. Nur Gold kommt mit 18 Mrd. Euro auf einen höheren Wert. Und dann kommt Kupfer, Aluminium, Eisen, Palladium und Silber, also insgesamt landen so Rohstoffe im Wert von mehr als 50 Milliarden Euro auf dem Müll – jedes Jahr.

Infografik: der verborgene Wert von Elektroschrott

Wir haben keine Zahlen, wie viel von diesem Elektroschrott noch verwendbar wäre, aber wir können davon ausgehen, dass da durchaus Geräte dabei sind, die als aufbereitete Technik wieder verkauft werden könnten.

INfografik: der optimale Weg zur Verwertung von Elektroschrott

Warum ist gebrauchte Elektronik nachhaltig?

Grundsätzlich können wir sagen: Die grünste Technik ist die, die wir gar nicht erst kaufen. Der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen spielt für viele Verbraucher eine immer wichtigere Rolle und gebrauchte Elektronik wird langsam zum Lifestyle.
Wenn wir ehrlich sind, brauchen wir nicht immer das aktuellste Modell. Für den Otto-Normal-Verbraucher genügt ein Mittelklasse-Gerät mehrere Jahre und nicht nur 2, wie es uns die Industrie mittlerweile fast schon ins Gehirn gebrannt hat.

Mit gebrauchter Elektronik sparst Du Ressourcen und CO₂!

Infografik: Ressourcen statt Schrott

Die dunkle Seite der Smartphones

  • 968 Terra Wattstunden Strom werden jährlich alleine für die Smartphone-Produktion benötigt. Das entspricht der jährlichen Energieversorgung Indiens.
  • Seltene Erden und Edelmetalle werden mit gesundheitsschädlichen und umweltschädlichen Chemikalien gefördert.
  • Materialien werden oft unter unfairen Arbeitsbedingungen gewonnen.
  • Herkunft der Rohstoffe manchmal nicht bekannt. (Konflikt-Regionen zum Beispiel)
  • Oft Reparatur-unfreundliche Geräte. (z. B.: fest verbauter Akku)

Und genau deshalb ist es wichtig, dass wir uns nicht jedes Jahr das neueste Modell kaufen, sondern unser Smartphone so lange wie möglich nutzen.
Oder einfach gebraucht kaufen.

Fazit: Wie nachhaltig ist gebrauchte Elektronik?

Kurz und Knapp: Sehr nachhaltig. Es schont Ressourcen und reduziert CO2. Und ganz nebenbei noch Deinen Geldbeutel. Und sind wir mal ehrlich: Die meisten von uns nutzen doch ohnehin nur einen Bruchteil der Kapazitäten eines brandneuen Gerätes. Wir wollen es einfach nur haben und reden uns ein, dass die neue Kamera uns absoluten Fotografie Noobs zu Topfotografen macht und dass es immens wichtig ist, dass der Prozessor die Dumpfbacken Videos auf TikTok schneller verarbeiten kann. Wie so oft gilt auch hier: Die Wende beginnt bei uns im Kopf – Wie viel Technik brauch ich wirklich?

5 Gedanken zu „Wie nachhaltig ist gebrauchte Elektronik?“

  1. Hallo, bin pensionierte Rundfunk & Fernseh Mechaniker. Leider gibt hier in Bitterfeld – Wolfen der Reciklinghof
    keine Möglichkeit mehr Ersatzteile aus altem Elektro Schrott fachgerecht auszubauen und für private Reparaturzwecke zu nutzen. Viele Geräte der 70,80,und 90 Jahre lassen sich mit entsprechenden Ersatzteilen noch lange weiterverwenden. Aber unverständlicherweis

    e wird das hier gesetzlich verhindert. Somit ergibt sich hiermit ein Unverständnis für unsere Regierung. Schade das niemand den Mut hat, dies zu ändern. Dafür veröffentlicht werden.
    Harald Franzke
    .

  2. Guter Vergleich von den verschiedenen Anbietern auf dem refurbished Markt. Man kann hier schonmal den Überblick verlieren, wenn es darum geht, den für sich richtigen Anbieter von solchen Produkten zu finden. Oder jemanden, bei dem man eben solche gebrauchten Produkte verkaufen kann. Für mein Homeoffice hab ich letztens erst einen Laptop gesucht und ihn bei greenpanda dann bestellt. Bisher bin ich mehr als zufrieden. Es muss wirklich nicht alles immer neu gekauft werden!

  3. Pingback: Müllvermeidung bei technischen Geräten: 7 Tipps - GoNature Blog

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